2014-10-01 Spahn Medice470Jens Spahn MdB, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion,  folgt der Einladung der Frauenunion der CDU Mark unter Leitung von Bernadette Böger sowie der Bundestagsabgeordneten Christel Voßbeck-Kayser, um zusammen mit heimischen CDU-Vertretern die Firma Medice zu besuchen. Dr. Richard Ammer (Fa. Medice), Geschäftsführer des familiengeführten Unternehmens erläutert mit seiner Frau Dr. Katja Pütter zunächst die Indikatoren, die das familienfreundliche Unternehmen am sauerländischen Wirtschaftsstandort in Iserlohn auszeichnet ; Professionalität, Schnelligkeit und eine voll integrierte Firma seien Erfolgsgarant für den Marktführer für Arzneimittel gegen Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Im Gespräch wurde deutlich, dass sich Schwachstellen des Festbetragssystems ergeben haben.

Festbeträge sind Erstattungshöchstbeträge: ist ein Arzneimittel teurer als der vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV-Spitzenverband) festgesetzte Festbetrag, so müssen die Patienten diese Differenz selbst tragen. Durch die Anpassung des Festbetrages für den Wirkstoff Methylphenidat war z.B. in diesem Jahr für einen Zeitraum von drei Monaten eine zweckmäßige Versorgung Erwachsener nicht mehr gewährleistet, da für gesetzlich krankenversicherte erwachsene Patienten das für sie zugelassene Medikament nicht mehr ohne eigene Aufzahlung erhältlich war.

Verschiedene Optionen standen zur Diskussion, welche eine optimale Patientenversorgeung aller Patienten sichere, wie z.B. eine Art "Festbetrags-Ausnahmeliste" zu installieren oder dafür zu sorgen, dass zumindest die bestehenden Regeln den SGB V vom GKV-Spitzenverband im Sinne der Patientenversorgung ausgelegt werden.

In einem Fall musste vor einiger Zeit ein Diabetesmedikament (Mediabet) vom Markt genommen werden, weil der Festbetrag in Deutschland auf 46 Cent (Herstellerabgabepreis für eine Monatspackung) abgesenkt worden war und somit nicht mehr kostendeckend produziert werden konnte. Dies wirft die Frage auf, ob hier nicht eine Festbetragsuntergrenze eingführt werden muss.

"Ich werde veranlassen, die Thematik des Festbetragssystems noch einmal zu durchleuchten und das Verfahren zu überarbeiten", resümiert Spahn und werde sich somit in Berlin dafür einsetzen. FU-Vorsitzende Böger fügte hinzu: " Uns liegt eine optimale medizinische Versorgung der Patienten am Herzen!" Die anschließende Führung gab den Besuchern einen Einblick in die Produktion eines der erfolgreichsten familiengeführten Unternehmen Deutschlands zur Herstellung von Arzneimitteln.