Peter Liese300

Das Europäische Parlament hat in seiner heutigen Plenarsitzung neue CO2-Grenzwerte für PKW beschlossen, nachdem sich Rat und Parlament im letzten Jahr in langwierigen Verhandlungen auf einen Kompromiss geeinigt hatten. Ab 2020 sollen PKW durchschnittlich nicht mehr als 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, was weniger als vier Liter Kraftstoffverbrauch auf 100 Kilometer entspricht.

Für besonders CO2-arme Fahrzeuge unter 50 Gramm pro Kilometer gibt es einen Anrechnungsfaktor. Im Jahr 2020 wird er bei zwei liegen, im Jahr darauf bei 1,67, 2022 bei 1,33 und ab 2023 gilt die einfache Anrechnung. Damit sollen Anreize für alternative Antriebe geschaffen werden. „Das ist besonders wichtig für die Elektromobilität. Hier sind unsere südwestfälischen Unternehmen (wie Mennekes aus Kirchhundem, die den EU-Standard-Ladestecker entwickelt haben) stark aufgestellt. So bekommen wir mehr umweltfreundliche Elektroautos auf die Straße“, so der südwestfälische CDU-Europaabgeordnete Dr. Peter Liese, der auch umweltpolitischer Sprecher der größten Fraktion im EU-Parlament (EVP-Christdemokraten) ist.

Besonders erfreulich für die Autofahrer ist außerdem: Der Testzyklus wird realitätsnäher. Für jeden Autofahrer ist es ein Ärgernis, dass die unter EU-genormten Laborbedingungen erzielten Werte zum Kraftstoffverbrauch mit der Realität nur wenig zu tun haben. Die bisher geltende EU-Norm ermöglicht großen Gestaltungsspielraum bei den Prüfungen. „Gerade für Menschen bei uns im ländlichen Raum, die auf das Auto angewiesen sind, ist es wichtig, dass wir moderne kraftstoffsparende Technologien haben. Bisher nutzen die Autohersteller legale Schlupflöcher. Aus meiner Sicht ist die Situation beim Kraftstoffverbrauch schlimmer als beim Pferdefleisch, denn hier gibt es auf jeden Fall einen Schaden und die Manipulation wird durch geltendes europäisches Recht gedeckt. Insofern ist es nur richtig und gut, dass jetzt ein neuer Testzyklus kommen wird“, sagte der heimische Abgeordnete weiter. Der gegenwärtig verwendete NEFZ-Testzyklus zur Ermittlung des Durchschnittsverbrauchs soll durch den neuen WLPT-Standard ersetzt werden, der derzeit von einem UN-Gremium erarbeitet wird. „Der NEFZ-Normverbrauch ist ein reiner Laborwert und in der Praxis kaum zu erreichen. Wir wollen bereits ab 2017 einen neuen und realistischeren Testzyklus für die EU verbindlich machen,“ so Liese abschließend.