2013-11-19 FU Scharrenbach470

Die Frauen Union Mark beschäftigte sich mit dem aktuellen Thema "Sprachstandsfeststellungsverfahren und Sprachförderung in NRW weiterentwickeln". Erst vor einer Woche hatte die NRW-Landesregierung angekündigt, ab dem 1. August 2014 auf das Sprachstandsfeststellungsverfahren "Delfin 4" verzichten zu wollen. Die Kreisvorsitzende der Frauen Union Mark, Bernadette Böger, begrüßte zu einer Diskussionsrunde Ina Scharrenbach MdL, Stellv. Landesvorsitzende der CDU NRW und der Frauen Union NRW, in Menden.

Im Jahr 2012 wiesen rund 25,6 % aller vierjährigen Kinder in NRW einen zusätzlichen Sprachförderbedarf auf. Im Regierungsbezirk Arnsberg beläuft sich der Förderanteil der Kinder sogar auf rd. 29 %. "NRW war das erste Bundesland, welches in 2007 Konsequenzen aus den PISA-Ergebnissen gezogen hat und für alle Kinder verpflichtend den Sprachstand im Alter von vier Jahren mittels "Delfin 4" erhoben hat. Nach sieben Jahren "Delfin 4" können wir sagen: Das Verfahren ist in der Praxis angekommen. Die nun angekündigte Abschaffung dieses Verfahrens basiert jedenfalls nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, denn: Rot-Grün hat eine Überprüfung von "Delfini 4" wie auch der Sprachförderung in KiTas unterlassen.", so Ina Scharrenbach MdL.

Auch die anwesenden KiTa-Leiterinnen und Mitarbeiterinnen aus der Sprachförderung in KiTas bestätigten, dass sie in der Zwischenzeit mit dem Feststellungsverfahren zurechtkommen. Nichtsdestotrotz wäre eine punktuelle Weiterentwicklung sinnvoll. Dem schloss sich auch die CDU-Landtagsabgeordnete an: "Die Frauen Union NRW stellt sich vor, dass auch Erzieher/Innen das Verfahren künftig allein durchführen können, wenn sie eine gesonderte Qualifikation nachweisen. Dies entspricht den Wünschen aus der Praxis und dem wollen wir uns nicht entziehen." Derzeit sind die Grundschullehrer allein für die Durchführung der Sprachstandsfeststellung verantwortlich.  

"Ein punktuelles Sprachstandsfeststellungsverfahren wie "Delfin4" im Alter von vier Jahren mache unverändert Sinn. Eine Umstellung auf ein Beobachtungsverfahren verschleiert nur den Förderbedarf der Kinder. Wenn künftig auch für Kinder unter drei Jahren eine Beobachtung vorzunehmen ist, sind die Erzieher/Innen noch mehr mit Dokumentation und noch weniger mit den Kindern beschäftigt. Umgekehrt wird ein Schuh daraus.", so Ina Scharrenbach MdL. Aus Sicht der Frauen Union NRW ist denn auch weniger das Feststellungsverfahren als die Fülle von Sprachförderprogrammen das Problem. Über 50 verschiedene Verfahren kommen in NRW zum Einsatz. Wirksamkeit? Nicht nachgewiesen. "Es wäre sinnvoll, die Anzahl der Sprachförderprogramme zu begrenzen. Damit würden die Erzieher/Innen die notwendige Flexibilität behalten und eine Wirksamkeitsüberprüfung würde möglich. Das Ansinnen von Rot-Grün, die alltagsintegrierte Sprachförderung zulasten der zusätzlichen Sprachförderung zu stärken ist der falsche Weg: Wir brauchen sowohl die alltagsintegrierte als auch die zusätzliche Sprachförderung. Alles andere ist ein Sparkonzept auf dem Rücken der Kinder.", so Scharrenbach MdL weiter.  

Zudem äußerten viele der anwesenden Erzieherinnen ihre Bedenken, dass  bewährte Strukturen wie beispielsweise in Menden, wo mehrere Einrichtungen im Verbund mit einem eigenen Sprachkonzept erfolgreich zusammenarbeiten, zerschlagen würden und somit nicht weiterentwickelt werden könnten.

Auch die CDU- Bundestagsabgeordnete Christel Voßbeck-Kayser verfolgte die Diskussion mit Interesse und erklärte in diesem Zusammenhang: "Wenn Bundes- und Landespolitik, Eltern und Kitas frühzeitig an einem Strang ziehen, können wir erreichen, dass allen Kindern eine faire Chance garantiert wird!"