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Erster Etappensieg im Europäischen Parlament: Der Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments sprach sich mit 48 zu 12 Stimmen dafür aus, dass Realschüler auch weiterhin nach zehnjähriger allgemeiner Schulbildung einen Krankenpflegeberuf erlernen dürfen.

Im vergangenen Jahr hat die Europäische Kommission einen Vorschlag gemacht, wonach im Rahmen der Überarbeitung der sogenannten Berufsanerkennungsrichtlinie die Zugangsvoraussetzungen zur Krankenpflegeausbildung von zehn auf zwölf Jahre allgemeine Schulbildung angehoben werden sollten. Für Deutschland hätte das bedeutet, dass praktisch nur noch Schüler mit Abitur oder Fachabitur den Beruf hätten erlernen dürfen. Drauf machte der heimischen CDU-Europaabgeordnete und gesundheitspolitische Sprecher der christdemokratischen Fraktion (EVP) im Europäischen Parlament, Dr. Peter Liese aufmerksam.

„Unser duales Ausbildungssystem leistet für die Ausbildung junger Leute hervorragende Arbeit und ist für die Gesundheitsberufe bestens geeignet. Außerdem hat es einen entscheidenden Anteil daran, dass Deutschland eine vergleichsweise geringe Jugendarbeitslosigkeit hat. Die Pläne der Europäischen Kommission die Zulassungsvoraussetzungen anzuheben, sind daher inakzeptabel", so Liese.

In Deutschland besitzen rund aktuell 45 Prozent der Krankenschwestern und Pfleger Abitur. „Eine Heraufsetzung der Zulassungsvoraussetzungen auf zwölf  Jahre allgemeine Schulbildung würde gut jedem zweiten jungen Menschen, der bereit ist, in die Pflege zu gehen, den Zugang zum Berufsfeld versperren. Der Mensch fängt nicht erst mit dem Abitur an. Als Arzt habe ich mit vielen Krankenschwestern zusammengearbeitet und die gute Ausbildung und oft lange Berufserfahrung waren in vielen Situationen mehr wert als ein Abitur und mein Medizinstudium", erläuterte der Arzt und Europaabgeordnete.

"Mit unseren Krankenschwestern- und Pflegern, den Schuldabsolventen sowie den Patienten und Pflegebedürftigen in Deutschland freue ich mich heute darüber, dass der Gesundheitsausschuss entsprechende Änderungsanträge angenommen und somit ein starkes Signal für die weiteren Beratungen gegeben hat“, so Liese abschließend.

Die Abstimmung im federführenden Binnenmarktausschuss ist für Januar 2013 geplant.

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