2011-12-06_SU_Iserlohn_Gemke500

Die Senioren Union Iserlohn konnte bei ihrem monatlich stattfinden politischen Frühstück diesmal den Landrat des Märkischen Kreises Thomas Gemke als Gast begrüßen. "Die Struktur des Märkischen Kreises" und seine Aufgaben stand als Thema über der von Mitgliedern und Interessierten gut besuchten Veranstaltung. Die kommunalen Aufgaben des Kreises von der Schulaufsichtsbehörde, unteren Wasserbehörde bis hin zum Straßenverkehrsamt leiteten die Ausführungen ein. Die Senioren erfuhren, dass ca. 13.000 Anrufe pro Monat bei der Kreisverwaltung eingehen, 671 Bauanträge gestellt werden und 2805 Lebensmittelkontrollen

im Jahr durchgeführt wurden. Aktuell wurden vom Märkischen Kreis 17,9 Mill. Euro Elterngeld an über 3700 Empfänger ausbezahlt.  Als Schulbehörde übt der Märkische Kreis die Aufsicht über 10 Berufskollegs, 75 Grundschulen, 23 Hauptschulen, 16 Realschulen 15 Gymnasien und 5 Gesamtschulen aus, wobei sich die Berufskollegs in der Trägerschaft des Kreises befinden. Für die übrigen weiterführenden Schulen sind die Städte und Gemeinden als Schulträger verantwortlich.

Als Leiter der Kreispolizeibehörde nimmt der Landrat eine besondere Aufgabe war und er konnte den Zuhörern mitteilen, dass pro Jahr im  Kreisgebiet etwa 70.000 Einsätze der Polizei anfallen. Dabei hätten sich die Gefahren für die Polizisten bei der Strafverfolgung deutlich erhöht, da allgemein die Bereitschaft zur Gewalt zugenommen habe.

Ein besonderes Augenmerk richtete der Landrat in seinen Ausführungen auf die sozialen Aufgaben des Märkischen Kreises und die sich abzeichnende dramatische Entwicklung bei den Soziallasten in den nächsten Jahren. So sind etwa 65%-75% des Kreishaushalts gebunden für Sozialausgaben. Allein 70 Mill. Euro wurden im Jahre 2010 für sogenannte Hartz-IV-Leistungen aufgewandt und für 2011 sah der Haushalt über 31 Mill. Euro an Ausgaben für die Altenpflege vor. So erhalten ca. 50% der Bewohner von Altenheimen Pflegewohngeld. Besorgniserregend ist in diesem Zusammenhang der Anstieg der Sozialausgaben bis zum Jahr 2030. Der Landrat machte deutlich, dass bei einer unveränderten Entwicklung in den nächsten 20 Jahren absehbar sämtliche kommunalen Steuereinnahmen benötigt werden, um die Leistungen für Hartz-IV, Grundrente, Pflegegeld und Sozialhilfe aufzubringen. Hier besteht Handlungsbedarf, um die Leistungsfähigkeit der kommunalen Ebene zu erhalten.

"Die Ausführungen des Landrats waren für manche Anwesende sicherlich neu und vielen war gewiss nicht bewusst, welch umfangreiche Aufgaben der Kreis bzw. der Landrat", so die Vorsitzende Brigitte von Kürten abschließend.