MIT Bezirksvorsitzender Heider: Chancen für die Sanierung von Unternehmen verbessern

Matthias_Heider300Anlässlich der Beratungen des Deutschen Bundestages zum neuen Insolvenzrecht erklärt Dr. Matthias Heider

Bezirksvorsitzender der MIT Südwestfalen und Mitglied des Ausschusses für Wirtschaft und Technologie des Deutschen Bundestages:

„Auch bei herausragender Wirtschaftslage müssen wir die Chancen für Unternehmen bei Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung ver-bessern. Hierfür setzt der Gesetzesentwurf zur weiteren Erleichterung des Sanierung von Unternehme passende Anreize, indem der Zugang zur Eigenverwaltung vereinfacht, das Insolvenzplanverfahren ausgebaut und gestrafft und der Einfluss der Gläubiger auf das Ver-fahren und die Auswahl des Insolvenzverwalters gestärkt wird.“

„Im vergangenen Jahr haben Amtsgerichte in Deutschland 31.998 Firmeninsolvenzverfahren mit voraussichtlichen Forderungen von mindestens 26,5 Mrd. Euro gemeldet, von denen ca. 8.500 mangels Masse abgewiesen wurden. Die Unternehmen beschäftigen zum Zeitpunkt des Antrags rund 131.000 Mitarbeiter. Die Prognosen für 2011 zeigen einen kräftigen Rückgang von 11,1 Prozent im ersten Halbjahr, so dass deutschlandweit noch mit 29.000 Insolvenzen für dieses Jahr zu rechnen ist. In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Konkurse im ersten Halbjahr allerdings nur von 5.990 auf 5.870, also um zwei Prozent gesunken. Damit bleiben die Zahlen in NRW bislang deutlich hinter dem bundesweiten Wert zurück. Das zeigt, dass Insolvenzen auch in Zeiten der Hochkonjunktur keine Seltenheiten sind.“

Südwestfalen ist eine starke und wirtschaftlich sehr erfolgreiche Region. Das Insolvenzrecht soll kein Hemmnis für Investitionen, Innova-tionen und Unternehmensneugründungen sein. Unternehmenssanierungen müssen künftig einfacher, effektiver und schneller erfolgen.“ Heider: „Der Gesetzesentwurf setzt neue Maßstäbe, um die wirt-schaftlichen Rahmenbedingungen für die Sanierung notleidender Unternehmen zu verbessern. Mit dem Gesetz soll ein Mentalitäts-wechsel für eine andere Insolvenzkultur eingeleitet werden. Durch die Reformen wird das Recht stärker auf die Sanierung überlebensfähi-ger Unternehmen ausgerichtet, damit das Insolvenzverfahren künftig stärker als bisher als echte Chance zur Sanierung verstanden wird. Der Erfolg einer Sanierung erfordert rechtzeitige Kommunikation und Konsenssuche zwischen Gläubigern, Schuldnern, Gerichten und Verwaltern. Hierfür kann zukünftig die Einsetzung eines vorläufigen Gläubigerausschusses bereits bei Eingang des Schuldnerantrags Anreize schaffen.“

Heider macht aber auch deutlich, dass der Gesetzesentwurf noch deutlicher als bisher zwischen kleinen und mittleren Unternehmen sowie großen Unternehmen unterscheiden muss: „Verpflichtender vorläufiger Gläubigerausschuss erst für Größenordnung mittlerer Kapitalgesellschaften.“