Heider für pragmatische Schulpolitik

Portrait_Heider-neu150Im Mai empfing der Bundespräsident Christian Wulff Vertreter der Hakemickeschule aus Olpe. Die Hertie-Stiftung hatte die sich im Aufbau

befindliche Ganztagsschule im Rahmen des Wettbewerbs "Starke Schule" zur besten Schule Deutschlands, die zur Ausbildungsreife führen, gewählt. Die Hakemickeschule ist eine Hauptschule.

"Es wäre doch geradezu grotesk, wenn man eine solche Schule, die mit engagierten Pädagogen und einem zukunftsweisenden Entwurf sogar Preise abräumt, abschaffen würde. Gerade hier wird deutlich, dass es auf Pädagogik und Konzepte ankommt und nicht auf bloße Organisationsstrukturen," so Matthias Heider (CDU), heimischer Bundestagsabgeordneter zur aktuellen Debatte um die Schulpolitik.

Anlass ist zum einen der sogenannte Schulgipfel in Nordrhein-Westfalen, zum anderen, das nun verabschiedete Papier der Bundes-CDU zur Bildungspolitik. Darin wird die grundsätzliche Ausrichtung der Schullandschaft auf ein zweigliedriges System mit Gymnasium und Oberschule präferiert.

"Richtig ist, dass die Akzeptanz der Hauptschule immer geringer wird - oft zu Unrecht, wie ich finde. Dennoch muss man dieser Orientierung Rechnung tragen, was der Vorschlag der Bundes-CDU auch leistet. Ebenso muss aber klar sein, dass funktionierende Haupt- und Realschulen respektiert werden müssen, wenn dies dem Elternwillen entspricht. Ein modernes Schulwesen muss unterschiedliche Schulformen gleichberechtigt berücksichtigen. Eine Privilegierung wie Rot-Grün sie mit der "Gemeinschaftsschule" vorsieht, darf es nicht geben."

Für den Abgeordneten gilt der Vorrang der Landespolitik im Bildungswesen, weil nur so die regionalen Strukturen in demographischer und struktureller Hinsicht angemessen berücksichtigt werden könnten. So sei beispielsweise der zukünftige Anteil von Migranten in den Jahrgängen in Ostdeutschland völlig anders zu erwarten als in Nordrhein-Westfalen. Durch eine Verstärkung interkommunaler Zusammenarbeit ließe sich das differenzierte Schulsystem stärken. Heider: "Dies setzt aber voraus, dass benachbarte Städte und Gemeinden nicht Raubbau beim jeweiligen Nachbarn betreiben und sich gegenseitig die Schüler abspenstig machen."

"Ich bin zuversichtlich, dass es gelingen kann, in Nordrhein-Westfalen zu einem dauerhaften Schulfrieden zu kommen, um Schülern, Lehrern und Eltern gerecht zu werden. Mit Experimenten wie der "Gemeinschaftsschule", die nicht einmal Rechtssicherheit besitzen, ist jedenfalls niemandem geholfen."