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Gesetzliche Neuregelung der Organspende dringlicher denn je

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2012-02-06_Liese-Pfingsten500

Anlässlich aktueller Meldungen, wonach die Zahl der Organspenden im vergangenen Jahr deutlich gesunken ist (7,4 Prozent), wies der südwestfälische CDU-Europaabgeordnete bei einem Gespräch mit dem Vorsitzender des Verwaltungsbezirks Lüdenscheid (zuständig für die Kreise Olpe, Siegen-Wittgenstein und den Märkischen Kreis) der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. Rainer Pfingsten, noch einmal nachdrücklich darauf hin, dass die geplante gesetzliche Neuregelung der Organspende in Deutschland schnell vom Bundestag verabschiedet werden müsse. "Eine Verbesserung zur derzeitigen Lage bedeutet, dass wir täglich Menschenleben retten können. Der Gesetzgeber sollte daher schnell die im europäischen Ausland bewährten Maßnahmen im Sinne der Patienten auf den Wartelisten umsetzen", so Liese.

Für eine Steigerung der Spenderzahlen ist nach Auskunft des Arztes und Europaabgeordneten in erster Linie eine verbesserte Organisation in den Krankenhäusern notwendig. "Das Thema Organspende genießt in unseren Krankenhäusern nicht die nötige Priorität, wie beispielsweise in Spanien, wo es mit 34,4 Spendern pro Millionen Einwohner mehr als doppelt so viele Organspenden gibt als in Deutschland mit 14,7 (2011)."

Nach Einschätzung des CDU-Gesundheitsexperten und Arzt gehen in Deutschland rund die Hälfte der verfügbaren Organe verloren, da potenzielle Organspender nicht identifiziert- oder nicht gemeldet werden. "Dies liegt daran, dass Ärzte im Klinikalltag ohnehin überlastet sind und sich nicht ausreichend mit diesem wichtigen Thema befassen können", so der gesundheitspolitische Sprecher der EVP-Fraktion (Christdemokraten) im Europäischen Parlament. "Insbesondere die Bitte um eine Entscheidung der Angehörigen ist die schwierigste Frage inmitten einer Situation von Trauer und Verzweiflung. Die Ärzte werden in der Ausbildung meist nicht auf diese Gespräche vorbereitet, hinzukommen Arbeitsüberlastung und Zeitmangel. Daher sollten, wie in Spanien, diese Aufgaben von Transplantationskoordinatoren übernommen werden, die gezielt und ohne Zeitdruck die Gesamtorganisation übernehmen können. Die hohen spanischen Organspendezahlen sind nämlich nach Ansicht der Experten mit der flächendeckenden Etablierung dieser Transplantationskoordinatoren verbunden".

Dr. Pfingsten wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass alle Krankenhäusern in seinem Verwaltungsbezirk, die einen Transplantationsbeauftragten haben sollten, der sich neben seiner Tätigkeit als Arzt, auch um die Transplantation kümmern soll, auch einen haben: "Aber das eigentlich traurige ist, dass diese Transplantationsbeauftragten häufig mehr auf dem Papier stehen, als das sie wirklich eine Aufgabe erfüllen. Aber nicht deswegen, weil sie keine Lust dazu haben, sondern einfach, weil es auch verwaltungsseitig erwartet wird, dass sie sich um ihre rein ärztliche Aufgabe kümmern, für die sie angestellt sind, aber eben nicht um ihre freiwillige Aufgabe, als Transplantationsbeauftrage".

"Ich bin sehr froh, dass die Bundesregierung die Einführung von Transplantationskoordinatoren in ihrem Gesetzentwurf zur Umsetzung der europäischen Richtlinie zur Organspende übernommen hat. Hier kann Europa nur eine Empfehlung aussprechen und ich begrüße sehr, dass Deutschland diese Empfehlung angenommen hat. Wir müssen allerdings sicherstellen, dass die Krankenhäuser dazu genügend finanzielle Mittel bereitgestellt bekommen, um diese wichtige und lebensrettende Maßnahmen durchführen zu können. Dies ist eine Frage von Leben oder Tod", bekräftigte Liese.

Liese begrüßte ebenfalls die von den Regierungsfraktionen vorgesehene Einführung der Entscheidungslösung. "Es ist im jeden Fall sinnvoll, wenn sich Menschen grundsätzlich mit dem Thema beschäftigen müssen und eine Entscheidung treffen. Vor allen Dingen würde dies den Angehörigen in einer schwierigen Situation helfen. Allerdings ist darauf zu achten, dass kein Druck ausgeübt wird und auch eine Enthaltung möglich ist", so der heimische Europaabgeordnete abschließend.


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