Inklusion findet im Kopf statt!

Seit März 2009 ist die Behindertenrechtskonvention der UN geltendes Recht in Deutschland. Einer ihrer Leitgedanken ist die Inklusion. Aber was ist Inklusion? Was
bedeutet sie für die betriebliche Praxis?
Darüber informierte sich die Frauenunion Iserlohn zusammen mit der Frauenunion Kreisverband Mark, bei der Diakonie-Ruhr e.V., um diese Problematik in unserer Gesellschaft zu verdeutlichen. "Aufgrund der Ratifizierung der UN-Konvention ist über die Rechte von Behinderten nachzudenken und die Erweiterung des Verständnisses humaner Arbeit erforderlich" erklärt Annemarie Kreckel, FU-Vorsitzende Iserlohn.
Geschäftsführer des Netzwerks Diakonie e.V., Stephan Haacke erläuterte zunächst die Strukturen der Einrichtung sowie die Aufgaben des Beirates für Menschen für Behinderungen, in dem er als Vorsitzender fungiert. Zu den Aufgaben des Beirates, der aus Mitgliedern der Fraktionen im Rat der Stadt Iserlohn, der Wohlfahrtsverbände sowie Behinderten- und Selbsthilfegruppen besteht, gehört u.a. die Durchführung von Informationsveranstaltungen und Projekten zu behindertenrelevanten Themen.
"Das Konzept der Inklusion geht über den Gedanken der bisher in der Gesellschaft etablierten Form der Integration hinaus: Es lehnt eine Aufteilung in verschiedene gesellschaftliche Gruppen bereits im Ansatz ab und fordert stattdessen, dass alle Mitglieder der Gesellschaft von Anfang an und in allen Bereichen gleichberechtigt zusammenleben und selbstverständlich in ihrer Unterschiedlichkeit akzeptiert werden. Voraussetzung dafür ist eine Gesellschaft, die allen Menschen gleichermaßen zur Teilhabe offensteht, also inklusiv ist, verdeutlicht Stephan Haacke. Sie richtet ihre Strukturen und Institutionen an den Bedürfnissen und Möglichkeiten aller aus - etwa durch die barrierefreie Gestaltung von Schulen, Arbeitsstätten, Theatern und Museen oder auch durch die Bereitstellung einer Standard- Vergrößerungssoftware für ältere und sehbehinderte Menschen. Ein solches "universelles Design" kann und muss selbstverständlich durch Hilfsmittel für bestimmte Gruppen von Menschen mit Behinderung ergänzt werden.
Ziel ist es, die Chancengleichheit von Menschen mit Behinderungen zu fördern und ihre Diskriminierung in der Gesellschaft zu unterbinden.
Der Vortrag und die anschließende Diskussion motivierte die Damen künftig weitere Veranstaltungen und Aktionen auf dem Weg zur Inklusion zu initiieren. "Wir brauchen konkrete Maßnahmen und Projekte, damit sich für die Menschen mit Behinderung etwas verbessert", erklärte Bernadette Böger, Kreisvorsitzende der FU Mark.




