Ländlicher Raum profitiert von Windenergie

„Die Windenergie ist unter den erneuerbaren Stromquellen derzeit die bei weitem günstigste und bietet auch im Binnenland noch ein enormes Potenzial. Zudem profitiert die Region vom Ausbau der Windenergie, unter anderem durch
Pachteinnahmen und Gewerbesteuer. Nach der Katastrophe von Fukushima ist viel Bewegung in das Thema Energiepolitik gekommen. Jetzt geht es darum, die Ziele in reale Politik vor Ort umzusetzen“, dies war das Fazit eines Gesprächs des südwestfälische CDU-Europaabgeordnete Dr. Peter Liese mit Vertretern des Bundesverband WindEnergie (BWE), Regionalverband Südwestfalen in Anröchte.
Unter deutscher Ratspräsidentschaft hat die Europäische Union im Frühjahr 2007 beschlossen, im Jahre 2020 20 Prozent des europäischen Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien zu decken. Zurzeit wird darüber beraten, wie stark das Ziel nach 2020 weiter erhöht wird. Die Bundesregierung möchte mit 35 Prozent Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Stromverbrauch bis 2020 und 80 Prozent bis 2050 ihren Beitrag dazu leisten. Zusätzlich bietet eine Verbesserung der Energieeffizienz, also die Verringerung des Strombedarfs, ein wichtiges Element um die Kernenergie zu ersetzen und gleichzeitig den Klimaschutz voranzubringen. Hierzu liefern viele Firmen in Südwestfalen heute schon die nötige Technik. „In Südwestfalen gibt es viele Firmen und Institutionen die sich mit den Themen Energieeffizienz und erneuerbare Energien beschäftigen und ich bin positiv überrascht, was hier an guten Ideen umgesetzt wird und welches Potential unsere Region bietet. Die Windkraft ist ein wichtiger Bestandteil, aber bei den Windanlagen müssen auch die Belange der Anlieger berücksichtigt werden.“, so Liese, der extra eine Internetseite eingerichtet hat, um Organisationen, Firmen und Institutionen, die sich in Südwestfalen mit dem Thema beschäftigen aufzulisten, aber auch wichtige Informationen für die Bürgerinnen und Bürger enthält: http://www.energiesparen-suedwestfalen.de/.
"Ohne eine zügige Ausweisung von wirtschaftlichen Windvorranggebieten in den Kommunen werden die gesetzten Ausbauzeilen nicht erreicht werden können." sagt Thomas Hachmann (Vorsitzender des BWE RV Südwestfalen). Dabei dürfen auch keine geeigneten Bereiche wie z.B. die Hellweg Börde großflächig ohne genauere Prüfung ausgeschlossen werden.
Matthias Kynast, einer der Geschäftsführer im Windpark Belecke, wies darauf hin, dass regionale Betreiber und Planer genug Fachkompetenz hätten, um weitere Projekte umsetzen zu können. Neben der lokalen Wertschöpfung sind auch Möglichkeiten der finanziellen Beteiligung der Bevölkerung wichtige Argumente, um die Akzeptanz zu fördern. Die Schlüsselrolle kommt dabei den Grundstückseigentümern zu, die letztlich durch den ausgewählten Vertragspartner entscheiden, welches Finanzierungsmodell zum Tragen kommt. So sind oft genug hohe Pachten zwar lukrativ, Betreiber sind dann aber bundesweit agierende Projektierungsgesellschaften oder ausländische Investoren.




