Heider enttäuscht über PID Zulassung
Der heimische Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Heider (CDU) kritisiert die Entscheidung des Bundestages zur Präimplantationsdiagnostik
(PID): "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Artikel 1 unseres Grundgesetzes stellt menschliches Leben zu jeder Zeit und jedem Stadium unter Schutz. Mit der Verschmelzung von Ei und Samenzelle beginnt menschliches Leben in seiner ganzen Vielfalt. Bei einer Auswahl der Embryonen die Entscheidung darüber zu treffen, wer leben darf und wer nicht, verschließt sich nach meiner Überzeugung menschlichem Ermessen. In der großen Mehrzahl haben mich auch viele Zusendungen aus dem Wahlkreis und Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern aus dem Sauerland in dieser Einschätzung bestätigt."
Der Deutsche Bundestag hat sich nach vierstündiger Debatte am Donnerstag mit Mehrheit für die PID ausgesprochen. Die Abgeordneten stimmten mit 326 zu 260 Stimmen für den Antrag, der Untersuchungen von befruchteten Eizellen außer-halb des Mutterleibes in Ausnahmefällen ermöglicht.
Zur Vermeidung von Missbräuchen soll die PID nach verpflichtender Aufklärung und Beratung sowie einem positiven Votum einer Ethik-Kommission in den Fällen zulässig sein, in denen ein oder beide Elternteile die Veranlagung für eine schwerwiegende Erbkrankheit in sich tragen oder mit einer Tot- oder Fehlgeburt zu rechnen ist.
Die Entscheidung war notwendig geworden, weil der Bundesgerichtshof 2010 festgestellt hatte, dass die PID entgegen dem Willen des Gesetzgebers bis dato in bestimmten Fällen nicht strafbar gewesen war und daher eine Klarstellung gefordert hatte.
Zu den Befürwortern eines Verbots der PID gehörte der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Heider. Nachdem er zunächst die knappe Befürwortung eines Verbots durch den CDU-Bundesparteitag im November letzten Jahres begrüßt hatte, äußerte sich der Abgeordnete nunmehr enttäuscht über den Ausgang des Gesetzgebungsverfahrens. "Die Debatte hat gezeigt, dass wir uns in einem Grenzbereich dessen bewegen, was Menschen beurteilen und entscheiden können. Ich habe großes Verständnis für Familien, die wegen einer genetischen Disposition für Erbkrankheiten die PID befürworten. Der Kinderwunsch der Eltern ist stark und nachvollziehbar. Letztlich bleibt aber das Dilemma, unter den befruchteten Eizellen auswählen zu müssen. Eine solche Selektion des Lebens entzieht sich aber für meine Begriffe der menschlichen Verfügungsgewalt."




