Wirkungsjahre des ersten deutschen Bundeskanzlers
Persönliche Erinnerungen an den Großvater standen im Mittelpunkt eines Besuches von Konrad Adenauer. Für Matthias Heider eine willkommene Gelegenheit mit dem
Gast aus Köln über die Wirkungsjahre des ersten deutschen Bundeskanzlers und die große Familie Adenauer zu sprechen. Sechs Kinder Adenauers, 22 Enkel und zahlreiche Urenkel mit ihren Familien gehören inzwischen dazu.
Der Enkel des ersten deutschen Bundeskanzlers ist in das Sauerland gekommen, um zusammen mit Udo Dittmann die Ausstellung "Konrad Adenauer und die Europäische Integration" zu eröffnen. Konrad Adenauer (64) der heute Notar in Köln ist, gewährte den Zuhörern einen Einblick in die Familie, die Entwicklung der Generationen und manch persönliches Erlebnis mit dem "alten Herrn aus Röhndorf". Gerne erinnerte sich der Enkel an den stets korrekt im Anzug gekleideten Großvater, der als Rheinländer dem Leben und der Politik insbesondere mit einer ordentlichen Portion Humor begegnete. Selbst den Erfindergeist ließ der erste Bundeskanzler nicht ruhen. Sein Haus in Röhndorf war mit allerlei technischen Einrichtungen versehen und auch an zwei Patente zur Herstellung von Lebensmitteln erinnerte sich der Enkel Konrad Adenauer im Gespräch mit Matthias Heider.
Eine Einführung in die Ausstellung gab Christopher Beckmann vom Archiv für Christlich-Demokratische Politik der Konrad-Adenauer-Stiftung. Er beschrieb die Leistung des ersten deutschen Bundeskanzlers für das Zusammenwachsen Europas. Die Integration sollte mit allen Kräften und im Dienst der politischen Zielsetzung verfolgt werden. Auch ein bislang unveröffentlichtes Dokument findet sich in der Ausstellung. Adenauers Mitteilung zur strikten Förderung des europäischen Einigungsprozesses war eine an die Bundesminister gerichtete Anordnung. Er machte damit von seiner Richtlinienkompetenz als Bundeskanzler Gebrauch - ein Vorgang von höchster Bedeutung für das damalige Bundeskabinett.
Schon 1919 bei der Eröffnungsfeier der Kölner Universität rief Dr. Konrad Adenauer als Oberbürgermeister von Köln dazu auf, "…das hohe Werk der Völkerversöhnung und Völkergemeinschaft zum Heile Europas zu fördern." Der zweite Weltkrieg nahm der Einheit Europas dann wieder jede Hoffnung. Es brauchte noch viele Jahre bis 1957 die Grundlage der Europäischen Union mit den Römischen Verträge von EWG und Euratom gelegt werden konnte. Politisch, so legte Konrad Adenauer dar, war sein Großvater nie ein Nationalist, aber stets ein großer Patriot. Seine Lebenserinnerungen widmete er seinem Vaterland. Er hatte trotz Teilung Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg nie aufgehört an der deutschen Einheit festzuhalten.




