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Bundestagsabgeordnete Michaela Noll referiert vor Frauen Union und Jungen Union Iserlohn

2011-05-04_FU_Bezirk_Noll550Über 40 Personen waren der Einladung gefolgt und hörten interessiert zu, was die Bundestagsabgeordnete

Michaela Noll zu dem wichtigen Thema "wie schützen wir unsere Kinder" zu sagen hatte.

Frau Noll berichtete anfangs von einigen erschütternden Vorfällen, bei denen Kindern Leid zugefügt wurde und machte deutlich, dass die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder Ende letzten Jahres ein Bundeskinderschutzgesetz auf den Weg gebracht hat, mit dem bestehende Schutzlücken geschlossen werden sollen. Besonders wichtig sei es, dass das neue Gesetz nicht nur auf Intervention sondern auch auf Prävention setze. Eine zentrale Rolle nähmen hier die "frühen Hilfen" ein, die bereits während der Schwangerschaft greifen. Der Einsatz von Familienhebammen sei ein wichtiges Instrument zum frühzeitigen Schutz der Kinder. Herr Dr. Ulrich Bildheim, Chefarzt der Kinderklinik am Bethanien-Krankenhaus, berichtete an dieser Stelle von der Verantwortungsgemeinschaft in Iserlohn und den diversen Aktivitäten und vertrat die Auffassung, dass erkennbar gefährdete Kinder aus ihren Familien herausgenommen werden müssen und in Wohngruppen untergebracht werden, bis sie stabil und stark genug fürs Leben sind.

Das so genannte Jugend-Hopping, bei dem Eltern sich durch Wohnungswechsel dem Kontakt mit den Behörden entziehen wollen, stellt ein großes Problem dar, wie auch Dr. Bildheim zu berichten wusste. Um dies künftig zu verhindern, werde es eine konkrete Verbesserung in der Zusammenarbeit der Jugendämter geben, sagte Frau Noll. Leider greift hier viel zu häufig der Datenschutz - es gibt aber bereits Städte, wo alle Kleinkinder untereinander vernetzt sind.

Der Gesetzentwurf greife darüber hinaus zentrale Zwischenergebnisse der Beratungen des Runden Tisches "Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und familiären Bereich" auf. Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe würden somit zur Entwicklung, Anwendung und Evaluation fachlicher Standards in Form von Handlungsleitlinien und Qualitätskriterien verpflichtet. Außerdem sehe der Entwurf erweiterte Führungszeugnisse für alle hauptamtlich in der Jugendhilfe beschäftigten Personen sowie das Personal in Jugendeinrichtungen vor.

Frau Katrin Brenner, 1. Beigeordnete der Stadt Iserlohn äußerte sich dankbar über die gute Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen in unserer Stadt und vertrat die Ansicht, dass das "Kinderschutzgesetz" längst überfällig sei. Sie berichtete außerdem von einem neuen Projekt, wo Eltern - während ihre Kinder im Kindergarten oder in der Schule sind - Hilfen bzw. Beschäftigungen angeboten werden sollen. "Eltern müssen lernen Eltern zu sein", so Anne Marie Kreckel, Vorsitzende der Frauen Union Iserlohn.

Alle waren sich einig darüber, dass alles dafür getan werden muss, um unsere Kinder vor Missbrauch und Verwahrlosung zu schützen und "die schrecklichen Fälle", die viel zu häufig aufkommen, zu vermeiden.


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