Belastung durch Dioxin in den letzten 20 Jahren drastisch zurück gegangen
"Übertriebene Reaktionen auf die aktuelle Dioxin-Problematik, wie zum Beispiel Importverbote für deutsches Fleisch, sind völlig unbegründet und
schaden auch der heimischen Landwirtschaft." Dies erklärte der CDU-Europaabgeordnete Dr. Peter Liese nach Gesprächen mit Landwirten aus Südwestfalen in Attendorn-Niederhelden am Montag. Als Reaktion auf die Dioxinbelastung in deutschen Eiern, Schweine- und Hühnerfleisch hatten Drittstaaten wie China und Weißrussland Importverbote für landwirtschaftliche Produkte aus Deutschland verhängt. "In diesen Ländern gibt es keine strengen Grenzwerte für Dioxin in Lebensmitteln und auch nicht annähernd die notwendigen Kontrollen. Daher müssen diese Maßnahmen so schnell wie möglich aufgehoben werden. Gemeinsam mit einer großen Verunsicherung der Verbraucher haben diese Maßnahmen zu einem drastischen Verfall der Preise, insbesondere bei Schweinefleisch geführt", so der südwestfälische Abgeordnete.
Die Panik um das Thema Dioxin ist nach Ansicht von Peter Liese, der Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ist, stark übertrieben. "Natürlich ist Dioxin ein Gift und insbesondere ist tückisch, dass es sich über einen langen Zeitraum in der Umwelt und im menschlichen Körper anreichert. Trotzdem muss stärker beachtet werden, dass die Dioxinbelastung der Bevölkerung in den letzten Jahren drastisch zurückgegangen ist. Durch bessere Technik und strenge EU weite Vorschriften, zum Beispiel bei der Müllverbrennung, gibt es in der Umwelt weniger als ein Zehntel der Dioxinbelastung als vor 20 Jahren. Auch im menschlichen Körper gehen die Werte schon drastisch zurück. In der Muttermilch sind die Werte auf weniger als ein Fünftel zurückgegangen, so dass Stillen heute wieder uneingeschränkt empfohlen werden kann. Trotzdem sind die Mengen an Dioxin die ein Baby durch der Muttermilch erhält, deutlich höher, als die Mengen, die im schlimmsten Fall durch belastete Eier aufgenommen worden sind", so der Arzt und Europaabgeordnete.
"Die Europäische Union hat vor acht Jahren sehr strenge Dioxin-Grenzwerte festgelegt. Es handelt sich hierbei aber um Vorsorgewerte und nicht um Werte, bei denen eine akute Gefährdung für den Menschen besteht. Auch bei hundertfacher Überschreitung ist erst eine Gefahr zu erwarten, wenn man langfristig belastete Produkte aufnimmt", so Liese.
Trotzdem verlangt Liese gemeinsam mit den heimischen Landwirten, Konsequenzen aus dem Dioxin-Skandal zu ziehen. "Diese müssen aber europaweit gezogen werden, denn schon heute werden fünfzig Prozent der Eier in Deutschland importiert, vielfach in verarbeiteten Produkten." Die wichtigste Konsequenz ist nach Ansicht Lieses, eine Trennung der Verarbeitung von technischen Fetten und Fetten zur Futtermittelzwecken. "Eine Schlamperei, wie sie jetzt bei der Firma Harles und Jentzsch vorgekommen ist, darf sich nicht wiederholen. Dafür brauchen wir europaweit strengere Kontrollen. Erste Schritte haben wir gemeinsam mit der Europäischen Kommission bereits unternommen", so Liese abschließend.




